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Sony HDR AZ1 Motorradtouren Anfänger beim Filmen

babcom
Entdecker

Sony HDR AZ1 Motorradtouren Anfänger beim Filmen

Hallo,

ich suche Hilfe.

Ich bin leidenschaftlicher Biker und möchte meine Touren festhalten und im Winter gucken. Also kauft man sich eine Action Cam und los geht´s - dachte ich...

Jetzt kommen Fragen auf und ich finde mangels Hintergrundwissen kein Lösung und bitte daher hier um Unterstützung.

Ein paar Links oder Tipps und Hinweise, so dass ich über die ersten Meter komme.

Ich versuche mal zu schildern wohin die Reise gehen soll:

Nach seeeehr langer Suche habe ich mich für die Sony HDR AZ1 entschieden.

Zur Wahl standen: Qumox SJ4000 (hatte ich am Bike und bin nicht klargekommen), TomTom Bandit, Sony AS 100/200, Telefunken 170/5, und noch ein paar - ist nicht weiter wichtig.

Entscheidend war:

1. Bei der Qumox konnte mein Fernseher das MOV Format nicht lesen

also ein paar Youtube Videos geschaut und nette Spielerchen gefunden

2. Ich hätte gern auch ein paar "Spielerchen" wie GPS, Geschwindigkeit u.s.w. eingeblendet

3. ich brauche eine Software zur Bearbeitung, die mich nicht stunden an den PC bindet

TomTom gefiel mir ganz gut...schütteln und der Clip ist fertig - dachte ich.
Nach dem Lesen einiger Rezessionen wurde mir klar, dass die Software unausgereift und seit Jahren in der Beta-Phase steckt und sich so richtig keiner mehr bei TomTom kümmert.

Sony ist mir ein Begriff und nun kommt meine AZ1 in 2 Tagen.

Genug Vorgeschichte!

- Tour: 300-500km mit 1-20 Bikern mit stündlichen (Käffchen)(Puller)Pausen

- Kamera auf das Büffelhorn geschnallt: 
https://www.amazon.de/gp/product/B01...A2N58YCCQNSUNR

- Geschwindigkeit selten über 100km/h

Meine Fragen sind wie folgt:

Mein (gefährliches)Halbwissen steht in Klammern

Welche Einstellungen nimmt man vor? (720 bei 120 Bildern für spätere SLOMO)
Stellt man den Stabilisator ein oder aus? (AUS, weil zum Nachbearbeiten besser)
Lässt man die Kamera ständig an? (Powerbank mit 50.000 Ah ist dabei)
Ein ganz langer Clip 32GB und später rausschneiden? Habe 3 32GB SD Karten(?)
Automatische kurze Minutenclips und in den Pausen löschen, was nicht gefällt? (?)
Mit der Fernbedienung immer wenn es interessant wird Aufnahme starten? (?)

Lässt man beim Aufnehmen die GPS und Geodaten ständig in den Clip einfließen und entscheidet sich später ob und an welcher Stelle das angezeigt wird oder ist das im ganzen Film immer präsent?

Ich liebe rockige Musik und will den Tom beim fahren aus haben und später mit z.B. Thunderstruck hinterlegen. In den Pausen will ich ggf. die Truppe filmen - mit Ton.

Kurz und gut:

Wie bekomme ich einen interessanten Film einer Tagestour mit ein paar "Spielerchen" hin?

Ich habe noch nie ein Video bearbeitet und kenne auch keine Software.

Sorry viel Text aber vielleicht erbarmt sich ein begeisterter Action Cam Filmer und hilft mir auf die Sprünge.

BSW: Die nächste Tour findet am 20.05.2017 statt.

22 ANTWORTEN 22
profile.country.DE.title
IamNic
Expert

Klingt für mich, als wäre etwas wie Fastcut etwas für dich.

 

Einziger Haken ist wie überall bisher das GPS Overlay.

 

Das müsstest du zuvor  in einer anderen Software hinzufügen.

 

Zudem weiß ich niht, welche tools es zur Linsenkorrektur bietet.

 

Videoschnitt ist halt leider doch Arbeit.

 

- Nic

babcom
Entdecker

Nach einigen mehr bis weniger umfangreichen Tests in allen Lagen mit allen Einstellungen hier MEINE! Ergebnisse.

 

Kaufargumente waren für mich: extrem klein (kleiner als eine EC-Karte), GPS, Fernbedienung mit Monitor, Smartphone APP, spritzwassergeschützt ohne zusätzliche Hülle, Software vom Hersteller, Steady Shot (eingebauter Bildstabilisator), HD Qualität, Slow Motion Aufnahmen.

 

Der ursprüngliche Zweck der Anschaffung war, Motorradtouren zu filmen und die GPS Daten in den Film einbauen zu können. Zum Beispiel eine Rundreise durch ein Gebirge. Alle fahren vom Treffpunkt los und nach einer Stunde ungefähr ist Pullerpause – ältere Herren eben – und so weiter. Stündliche Etappen mit Highlights zum Anschauen. Mal ´ne Burg, mal ´n Kloster und mal ´ne Innenstadt. Geschwindigkeit, Höhe, zurückgelegte Strecke, grafische Anzeige der Strecke als Overlay im fertigen Video. Der rote Punkt zeigt immer wo wir gerade waren…

 

Da gibt es schicke Sachen auf YouTube (halt nur in kurz…max 10min lang).

 

Nun dauern unsere Bike Touren aber nicht 10min, sondern mindestens den ganzen Tag.

Dass die Kamera am Bike wackeln wird und die Videos nachbearbeitet werden müssen, ist wohl jedem klar (mir war es das nicht...), eine vernünftige (bezahlbare) Befestigung habe ich auch bei Amazon gefunden.

 

Die vibrationsärmsten Stellen (2) an meinem Motorrad habe ich auch gesucht und gefunden, Nachbearbeitungsprogramme habe ich im Vorfeld gesichtet und auf wenige Testversionen eingegrenzt.

 

Die Kamera kann all das.

ABER

Nichts davon ist in Verbindung mit einem Motorrad zu gebrauchen. :=(

 

Problem: Es gibt keine Fremdsoftware, die bewerkstelligt, die GPS Daten aus der Sony Kamera auszulesen und anzuzeigen. (warum Fremdsoftware erklärt sich weiter unten – da beißt sich nämlich die Katze in den Schwanz)

 

…aber von Anfang an:

 

Die Videos auf einem Motorrad gefilmt sind verwackelt!

Fakt!

Sie müssen also verbessert werden.

Fakt!

 

Die Sony Software kann keine Videos verbessern (Fischaugen, Rolling Shutter, Video stabilisieren, ISO…).

 

Hier hatte ich ProDrenalin im Auge…gute Sache dieses Programm! Man kann aber auch eine Suite von Magix oder… oder… oder… nehmen.

 

Ich wollte aber die GPS Daten als Reiseroute auf dem fertigen Video eingeblendet haben…

 

Also erst mal alle Videos der Cam in den Sony Action Cam Movie Creator rein und die GPS Overlays erstellen lassen… denn nur Sony kann verarbeiten was in einer Sony steckt…

 

O.K. das hatte ich dann verstanden.

 

Zum Testen fertigte ich also 5 kleine 1 Minütige Clips mit GPS Daten an und übertrug diese in die Sony Software.

Alle Videos drin – Schreck!

Alle Clips mit GPS unbrauchbar (für mich zumindest)

 

Passiert ist folgendes:

 

Schaltet man die Kamera nur zu bestimmten Highlights an um Speicherplatz zu sparen und erzeugt damit kleinere Dateien von jeweils 1-5 Minuten erreicht man sein Ziel – ein komplettes Video aus den einzelnen Teilstücken zusammengesetzt und mit einem GPS Overlay verschönert, für eine komplette Tour nicht.

 

Bei jedem Start der Kamera mit der Fernbedienung setzt die Kamera einen neuen GPS Start und sobald man die Kamera ausschaltet ist das das Ziel.

 

Ich hatte also 5x Start und 5x Ziel auf jedem der kleinen Clips für sich.

 

Zusammensetzen zu einer ganzen Tour kann man dies jedoch nicht.

 

Will man die GPS Funktion also voll nutzen, muss man die Kamera vom Start bis zum Ziel durchlaufen lassen.

 

Eine Aufnahme in HQ (2. Qualitätsstufe in der AZ1) also 1920 x 1080 mit 25 Bildpunkten verursacht in 1 Minute ungefähr 100 MB.

Nach ca. 40 Minuten ist somit Schluss.

Warum?

Es passt doch noch mehr auf die Karte?

 

Dateien größer als 4GB kann der Sony Action Cam Movie Creator nicht verarbeiten.

 

Theoretisch könnte man mit einer 128GB Karte fast einen ganzen Tourtag aufnehmen aber da wäre ja immer noch das Akku Problem (nach 30min Ende) und das Bearbeitungsproblem.

Der Akku der Kamera macht nach 30-40min schlapp. Ohne 12V Anschluss oder Powerbank ist Schluss mit Videodreh.

 

Ich fasse abermals kurz zusammen:

Also keine GPS Overlays für Dateien größer 4GB!!!

Powerbank oder Stromanschluss.

kurze Clips mit GPS Daten, jeder Clip für sich und nie die ganze Tour

oder

die ganze Tour, keine Bearbeitung durch Sony Software möglich demnach keine GPS Overlays von der Tour und zusätzlich Kosten für die Fremdsoftware.

 

Ach, und wer auf Steady Shot baut…vergesst es.

Mit dem eingebauten Bildstabilisator hatte ich die schlechtesten Probeaufnahmen.

Auf dem Motorrad wohlgemerkt!!!

 

Der Sony Bildstabilisator ist bestimmt nicht schlecht aber genau auf dem Motorrad verschlimmert er die Aufnahmen.

 

Fernbedienung:

Gut gemacht, hält lange durch ist aber vollkommen nutzlos für meine Belange.

Schnalle ich mir das Ding um den linken Arm (wie eine Uhr) kann ich die Kamera beim Fahren nicht steuern.

Schnalle ich das Ding um den Gasgriff habe ich nicht genug Platz zum Anfassen.

Sonstige Plätze scheiden aus…die Hand ständig vom Gasgriff nehmen kann gefährlich sein.

 

Smartphone APP:

Verliert ständig den Kontakt zur Kamera – bei mir zumindest.

Lösung: APP „Beenden erzwingen“, neu aufrufen... geht wieder bis zum nächsten Abbruch.

Smartphone ausschalten oder außer Reichweite (3-5 Meter) APP Kontakt zur Kamera wieder weg…siehe Lösung.

Ansonsten, gute App übersichtlich gemacht und alle Einstellungen zur Kamera übersichtlich aufzufinden.

 

Das Ergebnis:

Die Kamera macht gute Videos, die man mit wenigen Handgriffen nachbearbeiten kann, man muss aber bei längen Sequenzen auf die GPS Daten verzichten.

Derjenige, der nur Minutenclips dreht braucht aber in der Regel das GPS nicht.

Außer vielleicht Basejumper oder andere.

 

Die Kamera ist gut, keine Frage aber zum Motorradfahren und für meine ganz speziellen Anforderungen nur bedingt geeignet.

Die Fernbedienung und die App sind nicht geeignet auf dem Bike damit zu arbeiten.

 

Sony HDR-AZ1 auf dem Motorrad:

GPS für längere Touren unbrauchbar

Bildstabilisator generell unbrauchbar

Fernbedienung während der Fahrt unbrauchbar

Smartphone APP während der Fahrt unbrauchbar

 

Bleibt also nur, Kamera bei Start an und den Film durchlaufen zu lassen.

Das können aber andere (billigere) Kameras auch.

Fürs Bike denke ich da an Qumox China irgendwas…

Anschalten und die Kamera macht automatsch alle 3 Minuten einen Schnitt und die Qualität der Bilder ist nicht schlechter als bei Sony.

Für mich zu viele Dinge, die nicht passen.

 

Bitte nochmals zu bedenken:

Die HDR-AZ1 ist eine tolle Kamera aber eben nicht zum Motorradfahren.

profile.country.DE.title
IamNic
Expert

Ich muss hier in einigen Punkten widersprechen:

 

Andere Software (wie z.B. DashWare) kann die GPS-Files durchaus verarbeiten, jedoch muss man hierbei die GPS Files zuordnen, was bei ACMC automatisch funktioniert - diese sind nämlich nicht im Video selbst enthalten, sondern werden als "Begleitdatei" geschrieben.

 

Dass ACMC nur 4GB files nimmt ist mir nicht bekannt, ich kenne dies nur von der App-Version - wie bereits erwähnt nutze ich diese Software aber auch auf dem Desktop PC so gut wie gar nicht, weswegen bisher alle Clips die ich damit bearbeitet habe möglicherweise kleiner als 4GB waren.

 

Kleiner Trick - Speicherkarte in FAT32 "zwangsformatieren", dann kommen nur 4GB Clips zustande.

 

Der Stabilisator kann gut mit Bewegungen arbeiten, aber nicht mit den Vibrationen von Motoren - das hatte ich aber eingangs ja schon erwähnt. Am Helm und Körper liefert die Kamera auch beim Motorrad-fahren gute und stabile Videos (wie ich in einer vorhergehenden Antwort schon bewiesen habe).

 

Bei der App mal nachsehen, ob Bluetooth des Smartphones aktiv ist, das kann die Verbindung massiv stören.

 

Schade zu hören, dass die Kamera für deine Anwendung speziell nicht taugt.

 

- Nic

 

 

 

 

 

 

 

 

profile.country.DE.title
darkframe
Expert

Hi,

 

ich misch' mich mal ein :yahoo:

 

Meinen wichtigsten Hinweis gebe ich gleich zu Anfang: Videobearbeitung ist ein Thema mit einer sehr steilen Lernkurve! Soll heißen, auf die Schnelle geht da nur selten etwas und gerade als Anfänger steht man manchmal vor scheinbar unüberwindbaren Hindernissen, die oft/manchmal aber aus einer falschen Erwartung resultieren.

 

Zu Deiner Kamera selbst kann ich nichts beitragen (ich habe eine andere), da ist Nic der bessere Ansprechpartner. Zur Bearbeitung kann ich vielleicht mehr beitragen; ich mache das schon ein paar Jahrzehnte (sic!).

 

Trotzdem zunächst ein Hinweis zur Stabilisierung von Aufnahmen während der Fahrt:

Auch wenn Du den vielleicht besten Befestigungspunkt an Deinem Motorrad gefunden hast, ist es eben so, dass bei unmittelbarer Befestigung an der Maschine alle möglichen Erschütterungen direkt auf die Kamera einwirken, angefangen von gröberen Stößen bis hin zu Mikrovibrationen. Gerade letztere überfordern oft den Stabilisator der Kamera. Tatsächlich sind Aufnahmen mit einer am Helm befestigten oder einer mit Hilfe eines Brustgurts getragenen Kamera meistens wesentlich ruhiger. Kein Wunder, denn da wirkt der eigene Körper schon als Puffer. Noch besser wäre der Einsatz eines sogenannten Gimbals, so wie es hier einen für GoPro Kameras gibt. Für die Sony Action Cams kenne ich bisher aber nur Gimbals, die für die Führung mit der Hand geeignet sind.

 

Hinsichtlich der Aufnahmelänge: Hast Du die Speicherkarte in der Kamera formatiert? Wenn nein, dann könnte möglicherweise das der Grund für die begrenzte Aufnahmelänge sein.

 

Okay, nun zur Software.

 

Zunächst: ProDRENALIN ist ein feines Programm, um Fischaugeneffekte zu reduzieren und gleichzeitig das Video weiter zu stabilisieren. Vom gleichen Anbieter (ProDAD) gibt es u. a. auch Mercalli, das als reines Stabilisationstool gestartet ist, aber noch genauer als ProDRENALIN arbeitet und in der aktuellen Version 4 ebenfalls eine Reduzierung des Fischaugeneffekts anbietet.

 

Zum Thema GPS:

Dein Problem mit den GPS-Daten bei kürzeren Clips besteht, wenn ich Dich richtig verstanden habe, darin, dass Du im ActionCam Movie Creator beispielsweise 5 kurze Clips nicht einfach zu einem Video zusammenfügen kannst, weil das Programm mit fünf unterschiedlichen Start- und Endzeitpunkten nicht klarkommt. Richtig? Nun, in dem Fall würde ich einfach 5 einzelne Clips mit den gewünschten Einblendungen erstellen und diese dann im Videobearbeitungsprogramm Deiner Wahl zusammenfügen.

 

Das Thema GPS-Daten in Videos ist ohnehin ein weites Feld, da es dafür keinen Standard gibt (anders als bei Fotos).

 

Ich versuche wirklich, es kurz und vereinfacht zu erklären: Jedes digitale Video wird in einer Datei abgelegt. Die Dateiendung ist ein Hinweis auf das sogenannte Container-Format (AVI, MP4, M2TS usw.). Dieses Container-Format sagt zunächst nichts über den eigentlichen Inhalt (Videoformat, Bildrate, Auflösung, Audioformat usw.) aus, sondern bildet nur die vorgegebene Grundstruktur für den eigentlichen Aufbau der Datei.

Für jedes Container-Format ist diese Struktur offiziell und weltweit festgelegt. In sogenannten Headern (Informationen vor einem jeden Datenblock) ist beschrieben, in welcher Reihenfolge welche Informationen über den eigentlichen Inhalt im nachfolgenden Datenblock zu finden sind. Wegen so eines Headers weiß das Wiedergabe- und/oder Bearbeitungsprogramm, an welcher Stelle die Video- und Audiodaten in beispielsweise welcher Auflösung vorliegen. Über die gesamte Datei hinweg sind alle naselang solche Header in immer den gleichen Abständen verteilt. Nun gibt es in jedem Header bei u. a. MP4-Containern einen Bereich, den jeder Hersteller für eigene Zwecke nutzen kann, und genau hier werden u. a. GPS-Daten abgelegt. Da GPS-Daten im Standard aber gar nicht vorgesehen sind, können normalerweise auch nur vom Hersteller herausgegebene Programme mit diesem Datenblock etwas anfangen. Alle anderen Programme erkennen an der ID dieses Datenblocks, dass nun Daten folgen, die nicht dem Standard entsprechen und ignorieren den Block.

 

Mein unmaßgeblicher Gedanke dazu:

In der Filmindustrie werden in den seltensten Fällen Aufnahmen in chronologischer Reihenfolge angelegt, so dass ein aufgezeichneter Track ohnehin keinen Sinn ergäbe. Um später nachvollziehen zu können, an welcher Stelle genau eine bestimmte Szene aufgenommen wurde, genügt ein einzelner GPS-Punkt. Daher hat sich niemand wirklich Gedanken darüber gemacht, GPS-Daten in Videos einzubinden. Und ja, den größten Einfluss auf die Standards bei den Dateiformaten hat nun einmal "die" Industrie.

 

Hier ein - krasses - Beispiel aus eigener Erfahrung: Ich habe ein Video mit Unterwasseraufnahmen erstellt, die ich auf den Malediven aufgenommen habe. Nur die Aufnahmen vom indischen Rotfeuerfisch waren eher suboptimal. Im Jahr darauf habe ich aber gute Aufnahmen so eines Fisches auf Kuba machen können (gibt es da als Fremdspezies seit ein paar Jahren). Für das Malediven-Video habe ich kurzerhand die Kuba-Aufnahmen des Feuerfischs verwendet. Merkt kein Mensch, außer mir...

 

Ich verstehe natürlich Dein Anliegen, die Koordinaten chronologisch korrekt zu verwenden und daraus ein Overlay zu basteln, aber gerade im Videobereich ist das eher die Ausnahme.

 

Zum Thema GPS wäre allgemein mein Tip: Nutze Dein Smartphone für das Aufzeichnen des Tracks. Je nach Modell (iPhone/Android-Modell) funktioniert das etwas unterschiedlich bzw. gibt es möglicherweise unterschiedliche Software dafür. Ich verwende auf meinem Androiden Locus Map Pro, für das man (gegen Bezahlung) hervorragende Vektorkarten bekommen kann, in denen selbst kleinste Waldwege verzeichnet sind. Mit dem Programm kann man den lieben langen Tag über den zurückgelegten Track aufzeichnen und diesen später in verschiedenen Formaten abspeichern, um ihn in anderen Programmen zu verwenden. Man kann aber natürlich auch jede andere Software nutzen, mit der sich Trackdaten in mindestens den Formaten GPX, KML sowie NMEA abspeichern lassen, um einige der geläufigsten zu nennen.

 

Ich nutze die aufgezeichneten Tracks beispielsweise, um meinen Fotos, die ich mit meiner Spiegelreflex ohne GPS gemacht habe, Geo-Koordinaten zuzuordnen. Ich nutze den Track aber auch, um eine Animation der Reiseroute mit Hilfe des Programms Vasco da Gama zu erzeugen, die ich dann in der Videobearbeitung mal zwischenblende und mal auch als Overlay halbtransparent anlege. Man kann die Tracks aber auch in Google Earth laden und bestimmte Positionen als Screenshot abspeichern und diese in ein Video einbauen, und, und, und...

 

Ein Problem gibt es bei meiner Vorgehensweise aber natürlich, gerade im Zusammenhang mit Videos. Ich habe ja einen Track des ganzen Tages, möchte aber nur einen Teil davon verwenden, und nun? Nun gut, in Vasco da Gama lösche ich die Punkte, die ich für den aktuellen Clip nicht benötige und gebe nur den Teil des Tracks als Animation aus, den ich gerade haben möchte.

 

Wie dem auch sei, hier der für Dich vielleicht interessanteste Teil: Die aktuelle Version Video deluxe Premium von Magix beinhaltet die (ältere) Version Mercalli 2 zur Stabilisierung, eine Fischaugen-Korrektur sowie eine Basis-Version von Vasco da Gama 9 (Vorläufer der aktuellen Version 10). Die Unterschiede zur aktuellen Vollversion sind mir allerdings nicht bekannt. Ich kann also beispielsweise nicht sagen, ob die mitgelieferte Version Vasco da Gama 9 Essential auch GPS-Daten importieren kann.

 

Hier noch ein paar Hinweise von Einem, der Fahraufnahmen entweder vom Fahrrad aus oder aus dem Auto heraus macht:

Während der Fahrt nutze ich die Fernbedienung nur für Start/Stop. Alles andere wäre m. E. ohnehin sinnlos. Was will man da auch einstellen? Ein Zoom während der Fahrt? Wozu? Macht nur den Zuschauer bekloppt. Es sei denn, man möchte den Vertigo-Effekt erreichen. Damit der klappt, braucht man aber in der Regel ohnehin mehrere Anläufe, selbst wenn man beide Hände frei hat.

 

Die Grundeinstellungen sollte man immer vor der Fahrt vornehmen, gegebenenfalls in einer Pause korrigieren. Ich richte die Kamera also immer vorher so ein, wie ich es für richtig halte. Und ja, selbst längere Fahrten habe ich bereits wiederholt, weil die erste Einstellung im Nachhinein nicht so war, wie ich mir das vorgestellt habe. Ansonsten brauche ich die Fernbedienung während der Fahrt nicht, außer eben für Start/Stop.

 

Eine längere Daueraufnahme bietet zumindest folgende Vorteile:

  1. Man verpasst nicht den Moment, zu dem die Kamera laufen sollte. Manuell die Aufnahme zu starten, wenn man etwas besonderes entdeckt hat, bedeutet (meistens) automatisch, dass man eben genau diesen Zeitpunkt verpasst hat. Selbst wenn der interessante Punkt gerade eben noch eingefangen wurde: In der Betrachtung ist ein unbeteiligter Zuschauer eben wegen des plötzlichen Eintretens schnell überfordert und bemerkt die "spektakuläre" Situation überhaupt nicht.
  2. Möchte man im Nachhinein ein Zeitraffer anlegen, kann man sozusagen aus dem Vollen schöpfen, ohne Gefahr zu laufen, dass man wegen einer zu kurzen Aufnahme Beschränkungen unterliegt. Um wieviel kann man eine 120 Sekunden-Aufnahme sinnvoll beschleunigen, damit noch etwas zum Ansehen bleibt?

Und nun wirklich zum Schluss (sorry, ich war mal wieder gewohnt "kurz angebunden" :rofl: 😞

Du solltest darüber nachdenken, Dich von einer absolut chronologischen Darstellung zu verabschieden. Wichtig ist im Endeffekt nur, wie das Ganze auf den Betrachter wirkt, und dabei spielt die chronologische Darstellung oft eine weniger interessante Rolle als die thematische.

Die GPS-Koordinaten können Dir helfen, einen genauen Standort zu lokalisieren. Ich gehe allerdings davon aus, dass Du ohnehin weißt, wohin Ihr bei einer Eurer Touren gefahren seid. Insofern ist der GPS-Track eigentlich komplett entbehrlich (ehrlicherweise halte ich den bei Videokameras für komplett überflüssig), es sei denn, Ihr hättet Off-Road z. B. an einem tollen Wasserfall gehalten, den man eben nicht auf den gängigen Karten findet. Alles andere lässt sich in der Regel auch nachträglich bei z. B. Google-Maps finden und als Screenshot in ein Video einbauen.

 

Und letztendlich: Aus einer Reihe von Aufnahmen ein längeres Video zu basteln, dass die begeistert, die dabei waren, ist nicht ganz so schwierig. Die verzeihen auch Längen. Willst Du das Video aber auch Freunden zeigen, die nicht dabei waren, ist kürzen angesagt. Und gerade in diesem Fall ist Chronologie nur eines: Überflüssig!

 

Letztes Beispiel:

Rundreise Kuba 2008

  • Dauer für meine Frau und das befreundete Ehepaar, das dabei war: 90 Minuten (von 5 Stunden Aufnahmen).
  • Dauer für andere Freunde und Bekannte: 25 Minuten

Boah, solltest Du alles bis zu dieser Zeile gelesen haben: Hut ab! Und: Sorry für den Wortschwall!

 

Wie auch immer, ich hoffe, dass ich Dich nicht noch mehr verwirrt habe sondern ein paar Punkte klären konnte.

 

Grüße

darkframe

Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen... (© by Kurt Marti)
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IamNic
Expert

Hut ab - an das GPS-Tracking per Smartphone hatte ich überhaupt nicht gedacht :grin:

 

Der Punkt mit dem "in der Kürze liegt die Würze" möchte ich auch noch einmal betonen - einen chronologisch korrekten, aber endlos langen Film schaut sich keiner an (man selbst schon gar nicht, weil man jeden Clip beim Schneiden schon mehr als ein mal gesehen hat).

 

Pro Tag der Tour drei bis sieben Minuten sollte mehr als ausreichen.

 

Per Audiokommentar könnte man auch erklären, wo man lang fährt und was man gerade sieht.

 

Das setzt auch nicht zwingend ein Mikrofon voraus, sondern man kann sich auch in einem stillen Raum im Haus beim sprechen filmen und nur den Ton des Videos nutzen - Smartphones haben aber auch gute Mikrofone, welche man super nutzen kann, wenn man sie auf ein Stück Stoff auf einen Tisch vor einen legt.

 

Leider gibt es in Deutschland noch keine Alternative für die Website "Fiverr" - dort kann man für klein Geld z.B. jemanden ein Voiceover sprechen lassen. 

 

 

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darkframe
Expert

Hi Nic,

 

tja, siehste mal, da muss erst jemand kommen, der das Internet seinerzeit mit einem Akkustikkoppler (die sogenannte "technikaffine Generation" informiert sich bitte hier) zum ersten Mal "betreten" hat, um daran zu erinnern, dass Smartphones auch was anderes können als Wotts Epp, Strieming und Fehsbuck :rofl:

 

Ach ja, die gute alte Zeit mit BTX, Compuserve, BBS Mailboxen usw...

 

Na ja, so gut war die nicht, im Vergleich zu heute. 1988 habe ich das erste Mal mit einer tragbaren VHS-Kamera Videos bei der ILA (Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung) in Hannover aufgenommen. Tragbar? Jupp, der Rekorder, der sich in einer Umhängetasche befand, hatte geschätzte 6 kg. Hinzu kam die Kamera, die über ein Kabel mit dem Rekorder verbunden war und noch einmal knapp 2 kg hatte... Und die Weiterverarbeitung der Videos? VHS-Rekorder über ein sogenanntes Genlock (Extra-Gerät zur Synchronisation des Videosignals des Rekorders mit dem des Computers) an einen Amiga 500 Computer angeschlossen, der immerhin Multi-Tasking konnte und eine rasend schnelle Motorola 68000 CPU besaß (7,09 MHz). Außerdem verfügte er über einen gigantischen Arbeitsspeicher von 512 Kilobyte!!! Da irgendwann das Speichern auf Disketten zu mühsam wurde, habe ich mir für damals knapp 1000,- DM (also etwa 500,- € und damit damals für mich gut 1 Monatsgehalt) irgendwann eine Festplatte mit dem Wahnsinns-Speicherplatz von 32 MB gekauft (das ist jetzt nur geschätzt, könnte weniger gewesen sein).

 

Okay, back to topic:

Ein Tip meinerseits ist immer, sich die Videos von Anderen anzusehen und sich dort Anregungen zu holen, ohne zu versuchen, das Gesehene zu kopieren. Man merkt im Allgemeinen aber recht flott, was die Videos, die einem gefallen, von denen unterscheidet, die einem nicht so gefallen. Die guten Videos zeichnen sich oft dadurch aus, dass sie wenig "Schnick-Schnack" wie Einblendungen, "lustige" Überblendungen oder ähnlichen Firlefanz zeigen.

 

Zum Thema Audio:

Eins der größten Probleme bei der Aufnahme ist - aus eigener Erfahrung - Lärm aus Quellen, die man nicht beeinflussen kann. Da fängt plötzlich der Nachbar an, eine ungewünschte Mauer mit dem Presslufthammer einzureißen, der DHL-Bote klingelt, weil er ein Paket loswerden möchte, das Telefon klingelt, der Lüfter am PC macht plötzlich Geräusche wie ein Jet, usw. usw. Tja, Aufnahme im Dutt, also alles auf Null.

 

Das zweite größere Problem kann sein, dass man selbst plötzlich ein Kratzen im Hals hat und die Stimme sich verändert, man muss husten oder ein Nieser bahnt sich an und/oder bricht aus. Man bewegt sich vernehmbar und/oder schlägt aus Versehen gegen irgendetwas.

 

Daher hier ein Kurztip: Beabsichtigten Text am besten vorab auf ein oder mehr Blatt Papier festhalten und das Ganze idealerweise auf mehrere Aufnahmen verteilen. Damit erspart man sich, dass man im Falle einer missglückten Aufnahme jedes Mal den kompletten Text neu einsprechen muss.

 

Okay, bevor ich heute einen zweiten Roman schreibe, lass ich's jetzt gut sein und wünsche allen Lesern einen schönen Montag!

 

Grüße

darkframe

Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen... (© by Kurt Marti)
profile.country.DE.title
IamNic
Expert


darkframe schrieb:

was anderes können als Wotts Epp und Fehsbuck :rofl:

 


Da kennst du mich schlecht - ich nutze weder das eine, noch das andere. :wink:

 


darkframe schrieb:

 

Beabsichtigten Text am besten vorab auf ein oder mehr Blatt Papier festhalten

 


Stimme ich zu - ohne Skript geht gar nichts.

 

Die Profivariante nennt sich dann Teleprompter. Schon mal was vom "Parrot" gehört? Kann ich nur empfehlen (da wir gerade bei Smartphones sind).

 


darkframe schrieb:

der Rekorder, der sich in einer Umhängetasche befand, hatte geschätzte 6 kg. Hinzu kam die Kamera, die über ein Kabel mit dem Rekorder verbunden war und noch einmal knapp 2 kg hatte.


 

Und heute haben wir Kameras wie die AZ1, die man in der Hosentasche transportieren kann und sie dennoch eine weit höhere Auflösung besitzen als die, welche du damals genutzt hast :thumbsup:

 

babcom
Entdecker

Klingt für mich, als wäre etwas wie Fastcut etwas für dich.

Habe ich probiert...ist mir zu "Fastcut" 180s ist mir zu kurz.

 

babcom
Entdecker

Kleiner Trick - Speicherkarte in FAT32 "zwangsformatieren", dann kommen nur 4GB Clips zustande.

Das ist es ja...

Ich will keine 4GB Clips - ich brauche mehr (glaube ich...) "Ich hab doch keine Ahnung..."

Ich will die ganze Tour als "GPS Strich" mit wanderndem Punkt haben.

Eine Runde um das Isargebirge mit Kaffepause, Mittagessen und und und

4 Stunden Fahrzeit.

Mache ich die Kamera an und aus habe ich viele GPS Anfänge und Enden aber nie die ganze Strecke...

Der rote Punkt soll je nach Video mitwandern...

Bei durchlaufender Kamera sind das in jedem Fall mehr als 4GB und dass wiederum kann die Sony Softare nicht verarbeiten und das wiederum bedeutet keine ganze Tour als GPS Overlay...

babcom
Entdecker

Ich habe alles gelesen...auch ich kann mich nicht kurzfassen - also - alles gut.

 

und gerade als Anfänger steht man manchmal vor scheinbar unüberwindbaren Hindernissen, die oft/manchmal aber aus einer falschen Erwartung resultieren.

 

Danke für diesen Gong. Das habe ich gebraucht.

 

Du hast vollkommen Recht. Das sage ich auch immer den Anfängern in unserer Truppe. Eine Runde um ein Gebirge ist Leistungssport. Nur rechts drehen ist es eben nicht. Volle Konzentration, jeder Muskel in Alarmbereitschaft und nach 4 Stunden Tour kann sich am nächsten Tag keiner mehr rühren...Der Muskelapparat ist vollkommen verhärtet...

 

...und JA...ich hatte da - glaube ich - falsche Erwartungen.

 

Alle kurzen oder langen Mitschnitte der Tour hintereinander, AC/DC Thunderstruck drunter, oben rechts ein roter Punkt auf einer kurvigen Linie (das ist die Tour als Overlay), unten links Geschwindigkeit, Höhenunterschiede, G-Kräfte und fertig ist das Video für den Winter...gezeigt bei Tee, Würstchen auf einem Bettlaken an der Schuppenwand :=)